Klaus Schulze ist tot

"Berliner Schule"-Pionier gestorben

Mit Klaus Schulze ist am Dienstagabend ein weiterer Pionier der elektronischen Musik gestorben. Schulze wurde 74 Jahre alt. Obwohl er schon lange krank war, sei sein Tod dennoch plötzlich und unerwartet gewesen, teilten sein Sohn und der Manager der Plattenfirma mit.

Schulze gilt als Mitbegründer der "Berliner Schule" einer Stilrichtung der elektronischen Musik, die vor allem auch mit der Gruppe Tangerine Dream in Verbindung gebracht wird. Kurzzeitig war Schulze zu Beginn, Ende der 1960er Jahre, auch als Schlagzeuger Mitglied bei Tangerine Dream, verließ die Gruppe jedoch bald, um eine Solo-Karriere zu starten.

Schulze war international erfolgreich, blieb in Deutschland aber eher ein Geheimtipp. Viele große internationale DJs bezeichneten ihn als "Godfather of Techno". Gerade hatte Schulze an einem neuen Album gearbeitet, dass unter dem Titel "Deus Arrakis" am 10. Juni erscheinen soll.

Kennzeichnend für Schulzes Musik waren sehr ausgedehnte Klanglandschaften und Sequenzen. Über 50 Soloalben veröffentlichte Schulze, der auch mit anderen Künstlern wie Arthur Brown, Alphaville und Hans Zimmer zusammenarbeitete. Er sei seiner unverwechselbaren Art, Musik zu schaffen, immer treu geblieben, dabei aber immer offen für Neues, Innovatives, Experimentelles geblieben, hieß es.

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Kommentar von Reinhard Simon |

"Das Synthesizer-Magazin / synmag" ~ Nr. 92 ~ 03/22 widmet Klaus Schulze einen Nachruf, von Rolf-Dieter Lieb.

Kommentar von Heike |

Der Tod Klaus Schulzes berührt mich auch sehr. Ich hatte das Glück bei ihm einen Synthie -Workshop an der TU in Berlin machen zu dürfen. (Wir waren ca 8 Teilnehmer, und ich war die einzige Frau) Ich mochte ihn auch als Mensch, und seine langen schönen Haare, die er damals noch hatte. Er war sehr zurückgenommen, fast schüchtern.
Meine schriftlichen Unterlagen von damals (auch Zeichnungen mit Sinuskurven) habe ich leider vor ca. einem Jahr weggeworfen. Ein Autogramm hatte ich mir damals nicht geben lassen. Niemand tat das, weil er als Dozent auftrat, und nicht als Star der elektronischen Musik. Eine Schüler-Lehrer Atmosphäre.
Jahrelang hatten wir Fans um sein Leben gebangt, es ging ihm wirklich schlecht. Nun, als sich alles zum Besseren wendete musste er gehen.
Als ich von seinem Tod las, habe ich mir spontan mein Lieblingskonzert von Klaus Schulze angeschaut: https://www.youtube.com/watch?v=r7_rJG5DlGU

Kommentar von Jarre-Fan |

Es ist sehr sehr traurig, dass Vangelis nicht mehr da ist.

Ein kleiner Schock war es, als JMJ im März 2020 bei seiner Facebook-Q&A sagte, dass es Vangelis in letzter Zeit nicht so gut gegangen sei und er wenig Musik gemacht habe. Ein Lichtblick war dann Ende 2021 das neue Vangelis-Album "Juno to Jupiter".

Ruhe in Frieden, Vangelis - und Danke für die vielen Meisterwerke der elektronischen Musik.

Kommentar von Marcus |

Oh nein...grade habe ich die Nachricht gelesen, dass der griechische Komponist Vangelis verstorben ist. Eine Nachricht, die mich sehr berührt hat. Auch seine Musik hat mich in meinen Kindheitstagen begleitet und hat großen Eindruck hinterlassen. Vangelis gehört zu einer Musikergeneration, die Legenden hervorgebracht hat- egal, um welche Stilrichtung es sich handelt.
Jean-Michel ist einer der letzten lebenden Legenden. Lasst uns ihn bei seinen nächsten Auftritten umso mehr feiern und seine Musik genießen.

Kommentar von Sämi Schwarzenberger |

@Volker:
Vielen Dank für Deine Links, vor allem von Deinem Tribut! Ohne Scheiss: Ich find's einfach nur -pardon- saugeil!!

Kommentar von Volker Rapp |

Hallo zusammen, es gibt ein Fundstück aus 1997:
https://www.youtube.com/watch?v=NaCvLmH3fVk
Hier äußert sich Klaus (ich habe ihn mehrfach persönlich getroffen) auch über JMJ.
Da er vom Schlagzeug kam, haben seine Sequenzen gegroovt ... Er gilt als Förderer von Ideal und Alphaville und anderen.
Hier mein Tribut an ihm ...
https://www.youtube.com/watch?v=nxnSklDuvmg
Seit 2011 ist er nicht mehr aufgetreten, ein langes Leiden ...

Kommentar von teddynash |

Schade dass meine Festplatte damals kaputt gegangen ist. Dort hatte ich noch eine alte Kassettenaufnahme von der Radio Sendung „Schwingungen“ (damals noch WDR 1) aus den 90er Jahren. Dort war Klaus zu Gast und der meinte, das Jarre eine gute Sache sei, den Zugang zur elektronischen Musik erstmal zu ermöglichen.
(mal sehen, vielleicht finde ich die Kassette noch und Sample dieses Gespräch neu ab)

Kommentar von Reinhard Simon |

.... ach ja - natürlich auch über ihre jeweiligen Eindrücke und Erlebnisse in Berlin. Schließlich war JMJ auch bisweilen in jüngeren Jahren dort, zu Besuch bei seinem Cousin. (Soweit ich das recht in Erinnerung habe.) :-)

Kommentar von Reinhard Simon |

... Diese beiden klugen Sätze bitte nochmals konzentriert lesen und verinnerlichen: "... Auch wenn beide zu den Pionieren der elektronischen Musik gehören, so ist es durchaus legitim, wenn einer den anderen nicht mag. Das sollte aber keinesfalls dazu führen, dass die Verdienste des jeweils Anderen geschmälert oder missachtet werden."
Danke, Marcus. :-)
... Einst - im Jahre des Herrn 1995 - gab es ein Konzert, welches da hieß: "Concert pour la Tolérance".
Stellen wir uns vor, die beiden Herren Schulze und Jarre wären sich irgendwo begegnet. Wie hätte eine solche Begegnung möglicherweise verlaufen können?
Nun - beide hätten sich letztlich wohl irgendwo niedergelassen, einige "Lungenbrötchen" verqualmt und sich angeregt über ihr Lieblingsthema unterhalten, ihre geliebte Musik. Oder über dieses und jenes, über ihre Erfahrungen verschiedenster Art, Jugend-Erlebnisse, das originellste, schmackhafteste Rezept für 'Mousse au Chocolat', ... usw. usw. . ...

Kommentar von Marcus |

Es ist eine traurige Nachricht, die uns ereilt. Ich habe die Musik von Klaus Schulze nie verfolgt, aber ich kannte seinen Namen und wusste, was er macht. Ein Album von ihm habe ich nie gehört und ich kenne seine Erfolge nicht. Auch weiß ich nicht, ob Klaus Schulze Einträge im Guinness Buch hat. Aber ich wusste, dass er sich um die elektronische Musik verdient gemacht hat. Er und Jean Michel sind eine Musiker Generation. Die Äußerungen, die Schulze über Jean Michel gemacht hat (der Kontext des Interviews würde mich Mal interessieren), lassen tatsächlich die Vermutung zu, dass er ihn nicht besonders mag. Sind sie sich je persönlich begegnet?? Die Wahrscheinlichkeit ist ja nicht gering. Auch wenn beide zu den Pionieren der elektronischen Musik gehören, so ist es durchaus legitim, wenn einer den anderen nicht mag. Das sollte aber keinesfalls dazu führen, dass die Verdienste des jeweils Anderen geschmälert oder missachtet werden.