Musik-Tipp: "Earth Express" von Roger Universe

Album im Jarre-Stil

Wem die aktuellen Klangexperimente von Jean-Michel nicht so zusagen, dem sei ein kürzlich erschienenes Album ans Herz gelegt: "Earth Express" von Roger Universe.
Ulrich Mühl, der Mann hinter dem Pseudonym Roger Universe, ist mit Jarres Musik aufgewachsen. Schon in den 80er Jahren programmierte er erste Elektronik-Kompositionen an seinem Heimcomputer. Mitte der 2010er Jahre begann er dann mit modernstem Equipment an seinem Debütalbum mit ganz neuem Material zu arbeiten.
Im Januar 2022 ist Ulrich Mühl verstorben. Sein langjähriger Freund Gerald Arend (Klangwelt) wollte die ausgefeilten Werke seines Freundes der Öffentlichkeit zugänglich machen. Spheric Music hat das Album nun Ende August veröffentlicht.
Das Label beschreibt das Album so: "Schwungvoll und kraftvoll wirbeln Beats und Sequenzen, die immer wieder mit interessanten Harmoniewechseln aufhorchen lassen. Beeindruckende kosmische Klangoasen wechseln sich ab mit treibenden Elektronik-Grooves, die sich dank Klangwelts druckvollem und dynamischem Mix sofort ins Ohr schmeicheln. 'Earth Express' besticht mit Frische und Melodien, die beim Hören in verschiedene Stimmungen eintauchen lassen wie in kleine Geschichten. Ein farbenfrohes, kurzweiliges Album, das sich auch gut beim Autofahren hören lässt."

Diese Einschätzung können wir unterstreichen. "Earth Express" ist ein klar von Jarre inspiriertes Album, ohne lediglich ein Abklatsch zu sein. Mit "Arrival" beginnt das Album zwar mit einem Stück im Stil von "Equinoxe 1", im weiteren Verlauf lässt sich aber auch eine eigene "Notenschrift" des Komponisten erkennen. Eingängig ist z.B. das rhythmische "Electrogravity", ganz eigen aber auch sehr schön dagegen das lange und ruhige "Far Away", bei dem sich der Hörer buchstäblich durch eine "Klanglandschaft" bewegt. "Mariana Trench" ist zwar mit den typischen Flanger-und Rhythmus-Sounds von "Oxygene" und "Equinoxe" angereichert, aber sehr relaxt und besticht mit einer schwebenden String-Melodie. "Under Ground Over Unity" dürfte von Jarres "Calypso" inspiriert sein, ein fröhlicher Samba-Rhythmus macht es zu einem Gute-Laune-Stück.
In anderen Stücken finden sich weitere Jarre-typische, teilweise auch etwas überraschende Sounds. Das Ende von "Sacrifice" könnte dagegen auch von Vangelis stammen. "Memories Of Past Futures" ist ein Walzer im Stil von "Oxygene" und "Equinoxe", bevor das Album mit "Epilogue: Far In" sehr ruhig, ähnlich dem Stil von Oxygene 20, endet.
Das Album dürfte vielen Jarre-Fans gefallen. Unsere Anspieltipps: Arrival, Electrogravity, Far Away, Mariana Trench, Infinite Potential.

Hörproben gibt es hier und hier.
Erhältlich ist das Album u.a. bei Spheric Music (nein, wir sind nicht am Umsatz beteiligt).

 

 

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Kommentar von Stefan |

Noch ein kleiner Hörtipp:

Die EP „Sunrise + Aero“ von Aquarius, u.a. zu finden auf SoundCloud. Der Remix fängt das Original schön ein, wie ich finde. Darüber hinaus, ein weiteres Remix-Album wäre wirklich spannend.