News aus dem heutigen Interview für "The Face"

Brandneue Jean-Michel-Jarre-News

In einem Interview für das britische Online-Magazin "The Face", das live auf Instagram zu sehen war, hatte Jean-Michel einige interessante Neuigkeiten zu berichten. Interviewer Craig McLean ließ dabei auch zahlreiche Fragen von Fans einfließen.

Zunächst konnte Jean-Michel einige interessante Dinge zum Versailles-Konzert erzählen. Die Herausforderung dabei sei vor allem die knappe Zeit gewesen. Nur 24 Stunden standen zur Verfügung, um alles im Spiegelsaal aufzubauen. Dabei musste zunächst eine Art Kunststoffteppich zum Schutz vom Eingang bis zur Bühne verlegt werden, was alleine 4 Stunden dauerte. Zudem sei das Projekt natürlich von vielen Leuten mit Argusaugen sehr genau beobachtet worden. Dennoch habe man sehr vertrauensvoll mit den Verantwortlichen in Versailles zusammengearbeitet. Um z.B. durch laute Bässe keine Schäden anzurichten, habe man den langen Saal quasi in kleine "Wohnzimmer" eingeteilt, die dann individuell mit kleineren Soundanlagen beschallt wurden, für die das Signal dann z.T. verzögert werden musste, damit alles gleichzeitig erklingt.
Zum "Dresscode" rot und schwarz für das Live-Publikum sagte Jean-Michel, dass er im "virtuellen" Spiegelsaal die Avatare im Hinblick auf Weihnachten in "feierliche" Farben gekleidet haben wollte und nicht quietschbunt. Die Idee sei gewesen, dies dann auch passend dazu beim "echten" Publikum zu erreichen.

Zur Sprache kam auch die neue Konzerthalle "The Sphere" in der Nähe von Las Vegas, die unlängst mit spektakulären visuellen Möglichkeiten für Konzerte für Aussehen sorgte, u.a. durch ein Konzert von U2. Jean-Michel sagte, er selbst sei noch nicht dort gewesen. Er finde es aber interessant, dass alle Welt nur über das Visuelle berichte, aber kaum jemand über den Sound. Dabei sei dies doch der Kern einer Musikaufführung.

Zum heute erschienenen Live-Album "Versailles 400" sagte Jarre, dass er leider aufgrund der Vorgaben der Streaming-Dienste, die nicht auf das Konzept eines Albums, sondern auf Einzeltracks ausgerichtet seien, dazu gezwungen worden sei, die Titel ein- und auszublenden. Ansonsten hätte es Probleme mit den Algorithmen gegeben. Bereits bei "Amazonia" habe er das Album in 9 Parts teilen müssen, da es sonst von Spotify nicht akzeptiert worden wäre. Hierdurch würden Künstler in ihrer Kreativität eingeschränkt.
Zur Frage nach einem physischen Release erklärte Jean-Michel, dass dies gerade für Live-Alben schwierig sei. Auf die Herstellung eines Vinyl-Albums müsse man 17 Wochen (!) warten, da es nur noch wenige Presswerke gebe, dafür aber zahlreiche Musiker, die auch LPs pressen lassen wollten.

Das Cover Artwork ist inspiriert von den Kupferpaneelen auf dem Dach von Schloss Versailles, die schon zur damaligen Zeit zur Erzeugung von warmem Wasser genutzt wurden und der Montgolfière, dem Heißluftballon. Der Ballon sollte aussehen als sei er aus Kupfer und Augen wie die "Watcher" vom "Equinoxe"-Cover haben. Auf dieser Basis habe er das Bild mittels KI kreiert. Überhaupt sei KI für Künstler keine Bedrohung, sondern biete viele neue Möglichkeiten.

Die Vocoder-Stimme (seine eigene) im Eröffnungsstück "Le Chateau" spricht in einer Fantasiesprache, die Worte haben keine konkrete Bedeutung. Die Stimme sollte mehr wie ein Instrument eingesetzt werden.

Zum Konzert in Bratislava gab Jean-Michel nun offiziell bekannt, dass es sich dabei um ein Outdoor-Konzert handeln soll, dass das Starmus-Festival, eine Zusammenkunft von Wissenschaftlern und Astronauten, die mehrere Tage dauert, einleiten soll. Aus verschiedenen Gründen seien große Freiluft-Konzerte nach Corona, u.a. wegen Umweltaspekten aber auch aus Sicherheitsgründen an vielen Orten nur noch schwer möglich. Er hoffe aber, dass dies in der Slowakei, im Herzen Europas möglich sei. Es seien dafür aber viele Gespräche mit Verantwortlichen, Behörden etc. notwendig. Für Sonntag sei ein Produktionsmeeting in Barcelona angesetzt, so dass es dann hoffentlich nächste Woche weitere Infos geben werde.

In die Feierlichkeiten der Olympischen Spiele in Paris diesen Sommer wird er nicht involviert sein. Dies sei immer mit enormem Aufwand und Regularien verbunden, ohne dass man seine künstlerischen Vorstellungen vollständig umsetzen könne.

Zur Frage nach weiteren Konzerten sagte Jean-Michel, dass er nie nach dem Schema Album - Tour - Album - Tour gearbeitet habe. Er wähle immer Projekte aus, die ihn interessierten. Mit "Oxymore" habe er das Eintauchen in den Klang ermöglichen wollen, durch Corona bedingt habe er sich mit VR beschäftigt. Dies alles habe Zeit gebraucht. Er habe über eine Oxymore-Tour nachgedacht, allerdings seien Konzerthallen nicht auf 360 Grad-Sound ausgelegt, der Aufwand wäre damit sehr hoch gewesen und das Ganze letztlich dann nicht mehr wirtschaftlich.
Derzeit arbeite er an einem neuen Konzept für Live-Konzerte, ohne sich wiederholen zu wollen. Hierbei könnten immersive Sounds und KI eine Rolle spielen. Das Konzept einer Welttournee sei nach Corona veraltet. Er sei aber nach wie vor interessiert an Einzel-Konzerten. Bei größeren Konzertprojekten müsse man aber immer schauen, dass man seine künstlerischen Vorstellungen umsetzen könne und gleichzeitig die Veranstalter davon überzeugen könne, dass das alles wirtschaftlich sei.

Er habe auch Verständnis für die Fragen der Fans nach neuen Alben und Konzerten. Die Situation der Fans sei von Erwartung, Frustration und Hoffnung geprägt. Sein Problem sei, dass Leute, die z.B. Oxygene und Equinoxe gut fanden, erwarten, dass er in diesem Stil weitermache. Würde er dies tun, würden dieselben Leute dann aber sagen, das klänge ja wie vorher. Würde er dagegen etwas anderes machen, würden sie den JMJ, den sie kennen, nicht wieder erkennen. Somit habe er, bei allem Respekt vor den Fans, schon lange beschlossen, auf so etwas nicht zu hören und nur noch seinem eigenen künstlerischen Pfad zu folgen. Dadurch würde er vielleicht den ein oder anderen Fan verlieren, dafür aber auch vielleicht den ein oder anderen neuen Fan gewinnen. Seine Fanbase sei aber insgesamt sehr wichtig für ihn und er wisse und schätze, was die Fans alles tun.

Zu dem in diesem Jahr anstehenden 40. Jubiläum des "Zoolook"-Albums deutete Jean-Michel an, dass er Teile daraus vielleicht überarbeiten werde. Es solle kein "Remix" werden, aber vielleicht noch etwas näher an das herankommen, was er damals im Sinn gehabt habe.

Das Ganze Interview ist auf Instagram zu sehen und auch auf Facebook.

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Kommentar von Reinhard Simon |

.... Würden Personen, dieses Treffpunktes hier, eigene Musiken erstellen - ich bin sicher, dass ganz wunderbare Werke dabei wären. Wer unbeschwert, positiv und lässig, locker daran geht - dem Talent und den Ideen einfach nur freien Lauf lässt - die/der kann heutzutage (ohne enormen Aufwand) durchaus sehr Hörenswertes ans Tageslicht bringen.
Freilich sollte man sein eigenes Gedankengut bestenfalls (mal unabhängig davon, dass es dies wohl nicht gerade zum kleinen Preis gibt) sichern lassen, damit sich nicht jeder frei daran bedienen kann.
Man kann bei so vielen Internet-Medienformaten präsentieren/einstellen, dass es mit der Bekanntheit auch durchaus mal recht schnell nach oben gehen kann. Heutzutage wird ja in 'Klicks' gezählt.
Vermutlich liegen "der Preis" für ein eigenes Musikwerk und die Summe von 'medialen Zustimmungen' (Klicks, Likes, usw.) wiederum recht nahe beisammen.
Klassisches "Angebot und Nachfrage" spielen sicherlich zudem noch eine Rolle. Weiterhin darf man (in gesundem Maße) nicht scheu sein, 'einen gewissen Preis' selbst vorzugeben. Gutes, eigenes Potential darf berechtigterweise auch seinen guten (gesunden) Preis haben.
>> Mal ein kurioses Beispiel, wer nicht zu scheu ist, einfach nur massiv zu fordern. Meiner Meinung nach zwar gänzlich überzogen, doch dabei sind die Geschmäcker ja auch verschieden.
Für ein einziges Stück original verpackter Schoko-Keks-Riegel, welcher aber nur ca. die Hälfte der Originallänge hat (vllt. 2-3 cm) (Fehlproduktion), darf man stolze EUR 3.950,50 zahlen, möchte man dieses - als "exquisites Kunst- und Sammler-Objekt" angepriesene Leckerli sein Eigen nennen. <<
Manche legen einen Preis ganz einfach selbst fest.
Klar - der Vergleich hinkt etwas, da dieser Anbieter die Fehlproduktion nicht selbst produziert hat - aber dennoch.
Ein eigener Musiktitel ist auch ein Einzelstück , stammt jedoch aus geistiger Talent- und Schaffens-Schmiede. Hat im günstigen Fall eine starke Ausstrahlung, ist vielleicht noch ein herausragender 'Ohrwurm' und hat Seele.
Fazit: Traue man sich und nehme Platz an verschiedenster Musik-Software und/oder den eigenen Instrumenten, habe Mut und glaube an die eigene Kreativität und Schaffenskraft. .... Alles ist möglich.

Kommentar von Matthias |

Danke Jarre-Fan, habe das Video auf Facebook auch im obigen Artikel verlinkt.

Kommentar von Jarre-Fan |

Das JMJ-Interview mit 'The Face' ist jetzt auch auf JMJs Facebook, mit dem Vorteil, dass man dort vor- und zurückspulen kann.

https://www.Facebook.com/jeanmicheljarre/videos/last-friday-i-had-a-chat-on-instagram-live-with-journalist-craig-mclean-talking-/5658828870907416/

Kommentar von Heike |

@ Jarre-Fan
Das ist wirklich verrückt (grins)
Vielleicht sollte ich auch mal ein Stück aufnehmen, dann ein Presswerk beauftragen um nur ein Stück zu pressen.
Aber wohin damit ? Wer legt den Wert fest ? Ich könnte es auf Ebay für 1 Euro Startpreis einstellen und schauen was passiert (vermutlich gar nichts) oder damit gleich zum Auktionshaus Christie`s ??? Die würden sich vermutlich schlapp lachen.

Wer legt also den Preis für ein angebliches Schallplatten-Einzelstück einer unbekannte Gruppe fest ??

Die Welt wird immer verrückter ! (kopfschüttel )

Warum gibt es hier eigentlich keine Emojis ? (grübel) (zwinker)

Kommentar von Jarre-Fan |

Ein déjà-vu hinsichtlich JMJs 1983er LP 'Music for Supermarkets' :

"Die mutmaßlich teuerste Schallplatte der Welt stammt vom New Yorker Hip-Hop-Kollektiv Wu-Tang-Clan. Zudem ist das Album mit seinem Erscheinungsdatum 2015 auch recht neu. Warum ist es dann so teuer? Nun, es ist ein Einzelstück. Das nur einmal gepresste Vinyl-Exemplar mit dem Titel 'Once Upon A Time In Shaolin' kam offiziell in nie die Läden. Das Unikat erzielte bei seiner Versteigerung einen Preis von rund 2 Millionen Dollar, die der Pharma-Unternehmer Martin Shkreli dafür hinblätterte. Mit dem Kauf akzeptierte Shkreli vertraglich, dass es mindesten 88 Jahre lang, bis zum Jahr 2103, keine Veröffentlichungen und keine Kopien des Albums mit seinen 31 Songs geben darf. Die Band erklärte im Übrigen, sie spende einen erheblichen Teil des Kaufbetrags." - https://www.stereo.de/artikel/schwarzes-gold-die-top-ten-der-wertvollsten-schallplatten - (26.02.2024).

Kommentar von Matthias |

@teddynash:
Kein Problem. Sollte keine Kritik an Dir sein. Das Interview ging auch eine Stunde und man kann unmöglich alles im Detail im Kopf behalten. Ein paar Sachen habe ich sicher auch vergessen... ;-)
Aber manche Leute hauen eben einfach irgendwas raus, was sie meinen gehört zu haben. Wir versuchen da schon, so präzise wie möglich zu sein, um Euch gut und verlässlich zu informieren.

Kommentar von teddynash |

Ah Ok !
Ich hatte noch keine Zeit das ganze Interview zu hören.
Somit sollte ich in Zukunft sorgfältiger sein, bevor ich
hier blind was reinposten.

Danke für die Korrektur Matthias !

Grüße an alle Fans
teddynash.

Kommentar von Matthias |

@teddynash:
Danke für's Posten, aber diese Übersetzung enthält einige Fehler.
Dass er nie wieder ein großes Konzert in einer Großstadt geben werde, hat er nicht gesagt. Er sagte, dass es heutzutage schwieriger sei, so etwas in westlichen Lländern zu machen, wegen Umweltproblemen und Sicherheitsbedenken, dass es aber durchaus noch Länder gebe, wo so etwas noch möglich sein könnte.

In Bezug auf den Boykott nannte er u.a. den Iran und verwies auf seine Mutter, die in der französischen Resistance aktiv war und ihn gelehrt habe, niemals Ideologie und Menschen gleichzusetzen. Menschen in autoritären Ländern litten unter dem Regime. Durch einen Boykott, z.B. im Kulturbereich würden sie doppelt bestraft.

Er hat mit keinem Wort gesagt, dass Sony ihn zu irgendetwas "gezwungen" habe. Ich weiss nicht, woher dieses Gebashe immer kommt.
Er sagte, dass die Streamingplattformen das zerschneiden erzwingen, da sonst die Musik nicht in den Algorithmus passen würde. Namentlich nannte er hier Spotify.

Sorry, aber ich glaube unsere Zusammenfassung ist etwas akkurater.

Ansonsten empfehle ich, sich das Interview im Original anzusehen: https://www.instagram.com/reel/C3sxT8RN693/?utm_source=ig_web_copy_link

Kommentar von teddynash |

Ich habe eine Zusammenfassung von einem Fan mit google Translater ins deutsche übersetzt:

Jarre bereitet sich mit neuem Material (keine Remixe) auf das 40-jährige Jubiläum von Zoolook vor! Er sagte sogar so etwas wie, dass er „einige Teile von Zoolook“ übernehmen möchte, nicht um sie neu zu mischen, sondern um sie in „Ideen umzuwandeln, die er im Kopf hatte, aber in den 80ern nicht über die Technologie verfügte“

Das Starmus-Konzert in der Slowakei wird immer noch diskutiert, es wird ein Treffen am Sonntag geben und er versprach, für nächste Woche aktualisiert zu werden.

Er wird wahrscheinlich nie wieder ein großes Open-Air-Konzert in Großstädten geben, weil die Welt jetzt eine andere ist und es Umwelt-, Sicherheits- und Logistikprobleme gibt.

Jarre hat auch das Gefühl, dass das klassische Tourformat, immer wieder dieselbe Show zu spielen, seit Covid veraltet ist, weshalb er neue Dinge mit VR und anderen Dingen ausprobieren möchte.

Er nannte keine Länder, sagte aber, dass er immer noch nicht an einen Boykott jeglicher Art glaube, weil er der Meinung sei, dass Ideologie und Volk nicht dasselbe seien und er daher bereit wäre, im Grunde in jedem Land aufzutreten.

Er wird in keiner Weise an den Olympischen Spielen in Paris beteiligt sein, er hat beschlossen, dass er nicht „zwei Jahre seines Lebens“ mit einem kurzen Konzert verschwenden möchte.

Das Ein- und Ausblendformat wurde von Sony erzwungen und er hasst es auch und tut ihm leid.

Er komponierte Amazonia als Ein-Song-Album, wie Mike Oldfield es mit Amarok tat, aber Sony zwang ihn schließlich, es in neun Titel zu zerschneiden.

Am Ende des Interviews wurde Jean-Michel Jarre gefragt, ob er eine Botschaft an seine Fans hätte. Er sagte, er wisse, wie viele Fans von ihm Musik machen wollen, die näher an Oxygene und Equinoxe orientiert, aber er konzentriere sich mehr auf seine eigenen künstlerischen Visionen und das, was ihn interessiert. … Er sagte, er wisse, dass er einige Fans verliere, aber das sei ihm egal, denn gleichzeitig werde er neue Fans gewinnen, die sich von seinen späteren Werken inspirieren lassen.
Am Ende des Videos lautete seine letzte Botschaft an die Fans: „Danke, dass du mich für meine kommenden Projekte nicht zu sehr hasst!“

Kommentar von Heike |

Das ist ja sehr interessant ! Mein Reden (oder Schreiben) , über das was er im vorletzten Abschnitt verlauten lässt. !! Es gefiel mir schon immer, dass er vor allen Dingen seinen Ideen und Visionen folgt und sich nicht zum Musik-Sklaven einiger nostalgischer Fans machen lässt, obwohl mir auch nicht alles gefällt. Muss es auch nicht, aber ich freue mich immer wieder, dass er so kreativ ist und nicht auf der Stelle tritt.
Nun hoffe ich, dass kommende Woche endlich Verbindliches über das Bratislava-Konzert zu erfahren ist. Danach bin ich einen Monat in Europa unterwegs und kann schlecht mit entsprechenden Buchungen reagieren. Wäre schade , aber ich plane meine Reisen nie kurzfristig. Das geht in meiner Situation nicht mehr.